Moto3 Fahrer

Moto3-Fahrer und Favoriten für die Saison 2018

In der kleinsten Klasse sind einige Abgänge zu verzeichnen. Wer rückt nacht und wer kommt für Siege oder sogar den WM-Titel in der Moto3 Saison 2018 in Frage? Allgemein ist das Fahrerfeld schwächer besetzt als in den vergangenen Jahren, da Peugeot und Mahindra ihr Engagement in der Moto3 beendet haben. Nur noch 28 Fahrer starten.

Unsere engere Auswahl auf die Favoriten auf den Moto3-Weltmeistertitel fällt auf zwei Spanier, drei Italiener und einen Deutschen!

Das sind die Favoriten der Moto3 2018

Werfen wir zunächst einen Blick aufs Gesamt-Klassement des vergangenen Jahres:

Der überragende Weltmeister Joan Mir wechselt in die Moto2 ebenso wie der langjährige Spitzenfahrer und Vize-Weltmeister Romano Fenati. Als deren Thronfolger dürften der WM-Dritte Aron Canet und der WM-Vierte Jorge Martin (beide Spanien) ein Wort um die Titelvergabe mitsprechen wollen. Canet geht für Estrella Galicia an den Start, Martin für Gresini.

Albert Canet (Estrella Galicia 0,0)

Die Nummer 44 aus Spanien ist 1999 geboren und damit 2018 gerade mal 18 Jahre alt. Für ihn könnte es heißen: Aller guten Dinge sind drei!

In seinem ersten Moto3-Jahr fuhr Canet bereits einmal aufs Podium und wurde WM-15.

2017 folgte der große Sprung mit insgesamt drei Siegen, 199 Wm-Punkten und den dritten WM-Platz. Die logische Konsequenz wäre der Titel 2018. Doch die Konkurrenz schläft nicht.

Jorge Martin (Del Conca Gresini)

Martin hat im vergangenen Jahr erstmals auf Honda gezeigt was er kann, nachdem er zuvor zwei Jahre auf einer unterlegenen Mahindra unterwegs war. Neun Pole Position nutze er zu neun Podiums-Platzierungen. Allerdings sprang dabei nur ein Sieg heraus. Diese Erfahrungen machen ihn 2018 noch stärker, so dass er seine Grundschnelligkeit über längere Strecken durchziehen kann.

Auch die Italiener Fabio Di Giannantonio (5.) und Ene Bastianini (6.) sind für Siege gut.

Der WM-Siebte John McPhee hat auch schon gezeigt, dass er vorne dabei sein kann. Allerdings meist nur, wenn die Schönwetterfahrer aus dem Süden das Regenwetter, das in Schottland an der Tagesordnung ist, nicht ertragen.

Enea Bastianini (Leopard Racing)

2017 war Enea Bastianini bei Estrella Galicia nur der zweite Mann hinter Albert Canet. Eine mittelmäßige Saison mit 200 Punkten Rückstand auf Weltmeister Mir stand am Ende zu Buche und brachte immerhin den 6. WM-Platz.

Der Italiener hat nun auf das Weltmeister-Motorrad von Mir umgesattelt und ist dort die klare Nummer eins. Der andere Leopard-Fahrer Lorenzo Dalla Porta fuhr in der vergangenen Saison auf Mahindra gerade mal 9 Pünktchen ein.

Bastianini ist die Trumph-Karte von Leopard Racing und der Italiener weiß, wie man Rennen gewinnt. Das hat er bereits 2015 und 2016 in der Moto3 getan.

Wenn ihm die Eingewöhnung bei Leopard besser als bei Estrella Galicia gelingt, ist er der Mann, den es zu schlagen gilt.

Fabio DiGiannantonio

Zum erweiterten Kreis der Favoriten gehört sicherlich auch der WM-Fünfte von 2017 und WM-Sechste von 2016 Fabio Di Giannantonio. Der Römer geht im Del Conca Gresini Team an der Seite von Jorge Martin ins Rennen.

2017 erreichte Di Giannantonio zwei zweite und drei dritte Plätze. Tat sich aber in den letzten Saisonrennen in vor allem in Austalien und Malaysia extrem schwer. An guten Tagen und mit einer weiteren Verbesserung in seinem dritten Moto3-Jahr kann Di Giannantonio sein erstes Rennen gewinnen. Und dabei muss es nicht bleiben.

Heißester Tipp: Sieg in Mugello, wo er 2016 und 2017 zweiter war.

Marcos Ramirez (Bester Capital Dubai / KTM)

Der Spanier machte 2017 mit zwei dritten Plätzen und dem 8. Gesamtrang auf sich aufmerksam. Leopard Racing hätte ihn gerne verpflichtet, doch sein Team lies ihn nicht gehen. Mit besserem Material hätte Ramirez zu einem Überflieger werden können. Doch auch mit dem Bester Capital Dubai Team ist Ramirez für Podiumsplätze gut.

Rossis Geheimtipp: Dennis Foggia

Mit riesigen Vorschuss-Lorbeeren kommt der 2001 geborene Dennis Foggia aus Rom in die Moto3. 2017 hatte der Italiener bereits drei Wild-Card-Einsätze und brachte es dabei auf beachtliche 19 Punkte.

Im Sky Racing Team VR46 von Valentino Rossi hat er nicht nur das Material um vorne mitzumischen, sondern auch den Segen von oberster Stelle: Il Dottore sieht in Foggia einen künftigen Weltmeister.

Das hat er allerdings schon über so gut wie jeden anderen Italiener auch gesagt.

Fakt ist jedoch, dass seit einem gewissen Andrea Dovizioso im Jahr 2004 kein Italiener mehr den Titel in der kleinsten WM-Klasse gewinnen konnte. Der vor zwei Jahren hochgelobte Nicolo Antonelli war 2017 nur 18. in der Gesamtwertung.

Fenati war immer vorne dabei, aber der große Wurf gelang ihm in sechs Jahren Moto3 auch nicht. Bagnaia brauchte keinen WM-Titel um in seiner ersten Moto2-Saison für Furore zu sorgen.

Ob mit Dennis Foggia ein dauerhafter italienischer Sieg-Fahrer in die Moto3 kommt muss sich zeigen.

Was kann Philipp Oettl (Südmetal Schedl GP) schaffen?

Der deutsche Vertreter Philipp Oettl geht 2018 in sein mittlerweile sechst Moto3-Saison. Mit kleinen Schritten konnte sich der Oberbayer in den vergangenen vier Jahren stets in der Gesamtwertung verbessern:

  • 2014: 10 Punkte / Platz 24
  • 2015: 73 Punkte / Platz 15
  • 2016: 85 Punkte / Platz 12
  • 2017: 105 Punkte / Platz 10

Oettl ist ein guter Rennfahrer, keine Frage. Ein sehr guter Racer noch dazu. Allerdings startet er meist zu weit hinten. Das Qulifiying ist sein großes Problem. Er kann selten auf den Punkt gute Rundenzeiten abrufen.

2017 konnte er aber soviele Top-10-Ergebnisse feiern wie noch nie. Seine beste Platzierung ist Oettl mit einem zweiten Platz in Österreich – beim Heimrennen seines Herstellers KTM – gelungen. In Montegi (Japan) war er Sechster und beim Sachsenring-Grand-Prix war er Fünfter und in Argentinien und Misano Vierter.

Das sind in einer ausgeglichenen Klasse wie der Moto3 sehr gute Ergebnisse für kleine Südmetal Schedl GP Team unter der Leitung seines Vaters Peter Oettl.

Wenn Oettl den nächsten kleinen Schritt geht, dann ist 2018 der erste Sieg für ihn möglich!

Oettls Fluch und Segen gleichermaßen sind sein materialschonende, sparsame Fahrweise, die er wohl von seinem Vater eingeimpft bekommen hat. Oettl stürzt so gut wie nie und bringt das Motorrad meist heil nach Hause. Allerdings scheint es, als würden so die letzten 10 – 15% fehlen, die ihn zu einen Champion machen könnten.

Andere sind da weniger zimperlich und haben schon wesentlich schneller die Moto3 hinter sich gelassen, während Oettl nun in seine fünft Ehrenrunde geht.

 

Originally posted 2018-01-10 01:17:23.